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Ein Vorbericht

 

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Naginata – so heißt eine japanische Kampfkunst, die sich mit dem Umgang einer langen Waffe befasst – der Naginata. Diese über zwei Meter lange Waffe, welche der Kampfkunst ihren Namen gibt und an deren Spitze sich eine Schwertklinge findet, erlangt seit einigen Jahren in Deutschland mehr Beachtung und Resonanz. Aus den ursprünglichen traditionellen Kampfstilen dieser Waffe  entstanden, bildet das Atarashii-Naginata („neues Naginata“) den auf sportlichen Wettkampf betonten Teil, so wie er heutzutage auch in Deutschland zu finden ist. Im Atarashii Naginata gibt es viele bedeutende Ereignisse. Allen voran Wettkampfturniere. Hierzulande findet auf nationaler Ebene jährlich die deutsche Meisterschaft im Atarashii-Naginata statt. Auf europäischer Ebene wird alle zwei Jahre die Europameisterschaft ausgefochten und alle vier Jahre trifft sich die internationale Naginatagemeinschaft an wechselnden Orten zur Weltmeisterschaft.

2015 wurde diese in Montreal/Kanada ausgetragen. Dort wurde auch der nächste Ort für die in diesem Jahr stattfindende Naginata-Weltmeisterschaft bekannt gegeben – Deutschland.
2019, vom 06.-07. Juli, wird also die internationale Gemeinschaft des Naginatasports im Land der Dichter und Denker zusammenkommen.

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Eine große Herausforderung für die deutschen Naginatasportler, die sich seit circa eineinhalb Jahren intensiv mit der Organisation dieser Veranstaltung in Wiesbaden beschäftigen. Denn bereits zu diesem Zeitpunkt viel die Entscheidung für die hessische Stadt, so der Deutsche Naginata Bund e.V. (DNagB) in einer Presseanfrage von BudoReport. Veranstaltungsort wird dann die Sporthalle der Sophie-und-Hans-Scholl-Gesamtschule in Wiesbaden sein.

Der DNagB, welcher die Interessen der deutschen Naginatasportler bündelt und koordiniert und als Veranstalter der Weltmeisterschaft 2019 auftritt, hat mit den Vorbereitungen alle Hände voll zu tun. Ehrenamtlich tätige Funktionäre des DNagB und natürlich viele Helfer aus den landeseigenen Naginatavereinen packen mit an. Unterstützung, so der DNagB weiter, kommt auch vom Polizei-Sportverein Mainz e.V. (PSV Mainz), welcher ebenso mit vielen Helfern unterstützt und zeitgleich als Sponsor tätig ist.

Diese Hilfen sind nötig, denn die Naginata-Weltmeisterschaft 2019 ist nicht nur für Deutschland als Gastgeber ein bedeutendes Event sondern auch repräsentativ für den Naginatasport in unserer Heimat. Letztlich dient eine solche Veranstaltung auf internationalem Niveau dem kulturellem Austausch über Ländergrenzen hinweg. Damit dies gelingen kann, arbeiten die deutschen Naginatasportler unermüdlich an vielen verschiedenen Details.

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Für die Zuschauer, welche kostenfrei die Kämpfe beobachten und das deutsche Nationalteam anfeuern können, ist der Eintritt kostenfrei. Der DNagB wird für sie viele Informationsposter zu den Wettkämpfen und zum Kampfsport im Tribünenbereich bereitstellen. Wer nicht warten möchte findet bereits im Vorfeld viele detaillierte Auskünfte auf der Website des DNagB. Dort gibt ein zeitlicher Ablaufplan der verschiedenen Kämpfe Auskunft über den Inhalt der Naginata-Weltmeisterschaft.

Auch müssen die deutschen Gastgeber zahlreiche Teilnehmer koordinieren. Diese reisen aus allen Richtungen nach Deutschland und müssen nicht nur den Weg zur Sporthalle in Wiesbaden finden, sondern auch mit aktuellen Informationen versorgt werden.
Laut DNagB kommen die Teilnehmer der Weltmeisterschaft 2019 nicht nur aus dem eigenen Land sondern z. B. auch aus Japan, USA, Neuseeland, Brasilien, Schweden, Israel, Frankreich, Niederlande, Belgien, Großbritannien, Portugal, Italien, Kanada, Taiwan, Tschechien, Russische Föderation, Australien, Hong Kong.
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Unter anderem müssen Startaufstellungen, Turnierabläufe und Lehrgänge koordiniert werden. Denn es finden nicht nur drei parallel laufende Seminare mit acht Lehrern und insgesamt rund 200 Teilnehmern statt, so der DNagB, sondern auch zwei Turniere - insgesamt 7 Kampfereignisse. So sind laut Veranstalter zum Zeitpunkt der Presseanfrage von BudoReport, 41 Teilnehmer im Männerturnier und 38 Teilnehmerinnen im Frauenturnier registriert. Für die Teamkämpfe finden sich 13 Männerteams (40 Kämpfer) und 11 Frauenteams (33 Kämpferinnen) zusammen. In den Zen-Nihon-Kata-Turnier treten 10 Teams (20 Teilnehmer) gegeneinander an und im Shikake-Ôji-Turnier sind 31 Teams (62 TeilnehmerInnen) angemeldet. Allein im Goodwill-Turnier, dem Freundschaftturnier, werden rund 100 KämpferInnen gegeneinander antreten. Somit können die Zuschauer viele spannende Kämpfe erleben. Worum es bei den einzelnen Wettkampfturnieren geht und wie diese ablaufen, beschreibt der DNagB ebenfalls im Vorfeld auf seiner Website.

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Atarashii-Naginata kann bereits seit vielen Jahren in Deutschland gelernt werden und seit der Gründung des DNagB im Jahr 2003, waren Deutsche bei den Weltmeisterschaften 2007 in Brüssel (Belgien), 2011 in Himeji (Japan) und 2015 in Montreal (Kanada) dabei. Auch 2019 wird wieder ein deutsches Team vertreten sein.
Das deutsche Nationalteam für 2019 wird aus 4 Damen und 4 Herren bestehen, so der DNagB. Dieses wird in den Einzelkämpfen der Männer und Frauen teilnehmen, sowie in den Teamkämpfen der Männer und der Frauen. Darüber hinaus stellt das deutsche Nationalteam zwei Teams für den Shikake-Ôji-Wettkampf. Einige der deutschen KämpferInnen treten also in verschiedenen Disziplinen an, müssen mit ihren Kraft- und Konzentrationsreserven gut haus- und durchhalten. Nicht ohne Grund fanden in Deutschland verteilt, schon lange vor der Weltmeisterschaft 2019, verschiedene Trainings des deutschen Nationalteams statt.

 

BudoReport fragte nach:
Wie schätzt der DNagB die Chance des deutschen Nationalteams ein?

"Wir gehen ergebnisoffen rein. Für uns ist in erster Linie wichtig, dass die Veranstaltung gut läuft und dass unsere Wettkämpfer ihre Zeit hier gut in Erinnerung behalten."
(Zitat Ines Klose, Vizepräsidentin DNagB)

In diesem Sinne wünscht BudoReport den deutschen Naginatasportlern viel Erfolg für eine gelungene Veranstaltung als Gastgeber und allen TeilnehmerInnen der Naginata-Weltmeisterschaft 2019 spannende und positive Kämpfe.

 

Text: Stefan Pawlitke (28.06.2019)