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© BudoReport Deutsche Naginatameisterschaft 2018

15. Deutsche Naginatameisterschaft

Berlin (11.-12. September 2018)

© BudoReport engi-kyôgi Deutsche Naginatameisterschaft 2018

Jahr für Jahr, treffen sich an einem Wochenende Naginatatrainierende aus Deutschland. 2018, zur 15. Deutschen Naginatameisterschaft, fuhren viele von ihnen in die Hauptstadt. Für einige war dies ein lang erwartetes Ereignis. Mit der Erinnerung vom Vorjahr und der positiven Hoffnung für das aktuelle Jahr 2018 wollten sich wieder zahlreiche Naginatakämpfer untereinander messen. So fanden schließlich über 20 Kampfbegegnungen in der Disziplin des engi-kyôgi statt und weitere über 30 in der Disziplin des shiai-kyôgi. Für die nach Deutschland eingeladenen drei belgischen Schiedsrichter gab es somit viel zu tun. Am Vortag leiteten diese noch ein Seminar und gaben verschiedene Tipps für die Kämpfer. Einige der Wettkampfteilnehmer bestanden am Vortag ihre Prüfungen. Für manche von ihnen gar ihre erste Prüfung im Naginata. Somit trafen im Turnier erfahrene Kämpfer, weniger erfahrene Kämpfer und blutige Anfänger aufeinander.

© BudoReport Deutsche Naginatameisterschaft 2018
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Doch bevor es losgehen konnte musste jeder, der am Turnier teilnehmen wollte, seine Wettkampfwaffen prüfen lassen. Bei der Waffenkontrolle wurden diese auf Tauglichkeit getestet. Länge, Gewicht und Beschaffenheit mussten stimmen. So gibt es Vorgaben die einen Spielraum zulassen und wiederum andere die exakt sein müssen. Unter anderem muss das Gewicht einer solchen Wettkampfwaffe mindestens 650 Gramm betragen während die Gesamtlänge von 210 Zentimetern bis 225 Zentimetern variieren darf. Dies und viele andere Vorgaben wurden bei der Waffenkontrolle berücksichtigt.

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Anschließend blieb noch etwas Zeit für die Teilnehmer sich auf das beginnende Turnier einzustimmen. Eifrig wurde mit dem Teampartner die letzten Details besprochen und wieder und wieder geübt. Denn die erste Wettkampfdisziplin war das engi-kyôgi.

Engi-Kyôgi

In diesem traten zwei Teams, ein rotes und ein weißes mit je zwei Teilnehmern, gegeneinander an. Im engi-kyôgi zeigen beide Teams in gleicher Abfolge die gleichen kata. Dies sind festgelegte Abläufe von Angriff und Konterangriff. Zusätzlich müssen beide Teams eine umfangreiche festgeschriebene Etikette beachten. Die drei belgischen Schiedsrichter bewerteten im Anschluss unter anderem die technische Ausführung sowie die Harmonie beider Teampartner zueinander. Insgesamt könnten die Teilnehmer pro Kampf drei Punkte bekommen. So sammelten die vielen Teams Runde um Runde mehr und mehr Punkte. Die erfolgreichsten von Ihnen zogen schließlich in die Finalrunden ein. Am Ende, nach über 20 Kämpfen, standen die drei besten Teams des engi-kyôgi 2018 fest.

Shiai-Kyôgi

© BudoReport shiai-kyôgi Deutsche Naginatameisterschaft 2018


Beim shiai-kyôgi, die zweite Wettkampfdisziplin, war einige anders. Hier kämpften zwei Kämpfer in Rüstung gegeneinander. Ziel war es innerhalb der vorgegebenen Kampfzeit von drei Minuten zu siegen. Dafür war es nötig als erster zwei Punkte zu erzielen. Es reichte auch nur ein Punkt sofern der Gegner leer ausging. Um dies zu erreichen mussten die Kämpfer den Gegner exakt treffen. Zudem mussten sie vor dem Treffer, als auch danach, eine korrekte Technik ausführen. So musste zum Schlag der gesamte Körper mittels Hüftbewegung genutzt werden und nicht allein die Arme; beide Füße am Boden sein wenn die Waffe den Gegner trifft,... und vieles mehr.

 

© BudoReport shiai-kyôgi Deutsche Naginatameisterschaft 2018


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 Weil bei der 15. Deutschen Naginatameisterschaft 2018 viele das erste Mal am Rüstungskampf teilnahmen, erfolgte vor Beginn der Kämpfe eine Einweisung. Hierbei wurde der Aspekt der Sicherheit betont. Denn auch wenn die Kämpfe mit einem voranschreitenden Turnier interessanter, spannender und explosiver werden können, sollte nie die Sicherheit des Wettkampfgegners, der Schiedsrichter und die eigene außer Acht gelassen werden. Ebenso wurden die grundlegenden Regeln erklärt. Unter anderem die Strafpunkteregel.

Denn es galt nicht nur Punkte zu erkämpfen, sondern auch zu vermeiden Strafpunkte zu bekommen. Diese erhielt ein Kämpfer für verschiedene Regelbrüche. Viel ihm zum Beispiel die Waffe aus den Händen; hielt er sich nicht an die Anweisungen der Schiedsrichter; verlässt er die Wettkampffläche während des Kampfes, ... und vieles mehr. Letzteres war 2018 häufig zu sehen. Gerade die weniger erfahrenen Kämpfer übertreten während des Kampfes die Kampfflächenbegrenzung. Bei Regelverletzung kann ein halber Strafpunkt erteilt werden. Folgt im gleichen Kampf ein zweiter halber Strafpunkt erhält der Gegner einen ganzen Punkt gutgeschrieben.

Im shiai-kyôgi der Deutschen Naginatameisterschaft 2018 waren viele verschiedene Kämpfer zu sehen. Offensive Kämpfer, defensive Kämpfer, ausgewogene Kämpfer, variable Kämpfer, improvisierende Kämpfer, stürmische Kämpfer, ... Es zeigte sich schnell, dass die erfahrenen Schiedsrichter nur korrekt und gut ausgeführte Treffer mit Punkten bewerteten. So mussten gerade jene Kämpfer, die ihr Wettkampfdebüt hatten, sich besonders anstrengen um sich gegen die erfahrenen Teilnehmer zu behaupten. Einigen gelang ein guter Kampf gegen höher graduierte Teilnehmer und sie gingen mit einem hart erkämpften Punkt als Sieger aus dem Kampf hervor.

Obwohl es im shiai-kyôgi weit über 30 Kämpfe in allen Facetten und mit vielen hitzigen Momenten gab, so ist erfreulich, dass doch keine der Wettkampfwaffen gebrochen war oder gar ein Teilnehmer verletzt wurde.

Die Sieger der 15. Deutschen Naginatameisterschaft konnten sich zusätzlich über ihre erreichten Platzierungen freuen.

engi-kyôgi

shiai-kyôgi

GOLD
Ines Klose & Martin Röthig
(Polizeisportverein Mainz)

GOLD
Andreas Nicol
(Postsportverein Opladen)

SILBER
Ivan Kuzminski & Dennis Hielscher
(Postsportverein Opladen)

SILBER
Ines Klose
(Polizeisportverein Mainz)

BRONZE
Julian Parrino & Marie-Luise Göbel
(Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

BRONZE
Dennis Hielscher
(Postsportverein Opladen)


Kampfgeistpreis
Julia Hansen
(Postsportverein Opladen)

Text: Stefan Pawlitke (14.09.2018)